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Was ist die Mietstufe? Einfach erklärt (I–VII)

Wohngeld-Assistent Redaktion·10. Juli 2026·9 Min·Rechtsstand 2026
Deutschlandkarte mit unterschiedlichen Mietniveaus zur Erklärung der Mietstufe

Auf den Punkt:

Die Mietstufe (I bis VII) ist eine Einordnung deiner Gemeinde nach dem lokalen Mietniveau im Vergleich zum Bundesdurchschnitt — festgelegt vom Statistischen Bundesamt auf Basis der jährlichen Wohngeldstatistik (§ 12 WoGG). Sie bestimmt, wie hoch deine Miete beim Wohngeld maximal angerechnet wird. Die konkreten Euro-Höchstbeträge je Stufe findest du in der Wohngeld-Tabelle 2026; deinen Wohngeldbetrag berechnet der Wohngeld-Assistent automatisch mit der richtigen Stufe.

Mietstufe: Eine Kennzahl, die du kennen solltest

Wer sich mit Wohngeld beschäftigt, stößt fast sofort auf den Begriff „Mietstufe" — meist ohne Erklärung, was er eigentlich bedeutet. Dabei ist das Prinzip einfach: Die Mietstufe ordnet jede Gemeinde in Deutschland nach ihrem Mietpreisniveau in eine von sieben Kategorien ein. Sie entscheidet mit, wie viel deiner tatsächlichen Miete das Wohngeldamt bei der Berechnung überhaupt berücksichtigt.

Die gesetzliche Definition (§ 12 WoGG)

§ 12 WoGG regelt, dass die monatlichen Miethöchstbeträge „nach der Anzahl der zu berücksichtigenden Haushaltsmitglieder und nach der Mietenstufe" gestaffelt werden. Die Zuordnung der Gemeinden erfolgt durch das Statistische Bundesamt auf Grundlage von zwei aufeinanderfolgenden Ergebnissen der jährlichen Wohngeldstatistik für Dezember. Maßstab ist das „Mietenniveau" — die durchschnittliche prozentuale Abweichung der ortsüblichen Quadratmetermieten vom bundesweiten Durchschnitt.

Daraus ergeben sich sieben Stufen:

MietstufeAbweichung vom Bundesdurchschnitt
Iunter −15 %
II−15 % bis unter −5 %
III−5 % bis unter 5 %
IV5 % bis unter 15 %
V15 % bis unter 25 %
VI25 % bis unter 35 %
VII35 % und höher

Stufe I steht damit für besonders günstige, Stufe VII für besonders teure Gemeinden. Die konkreten Euro-Höchstbeträge je Stufe und Haushaltsgröße stehen in Anlage 1 zum WoGG — vollständig aufgelistet in der Wohngeld-Tabelle 2026.

Warum die Mietstufe deinen Wohngeldbetrag beeinflusst

Beim Wohngeld zählt nicht automatisch deine volle Miete. Sie wird nur bis zu einem Höchstbetrag berücksichtigt, der von deiner Haushaltsgröße und deiner Mietstufe abhängt (§ 12 i. V. m. Anlage 1 WoGG). Zahlst du mehr als diesen Höchstbetrag, wird trotzdem nur der Höchstbetrag angesetzt — der Rest bleibt deine Eigenleistung. Je höher deine Mietstufe, desto höher fällt dieser Höchstbetrag aus und desto mehr deiner tatsächlichen Miete kann in die Wohngeld-Formel einfließen. Wie diese Formel im Detail funktioniert, erklärt der Artikel Wohngeld-Höhe: Wovon dein Betrag abhängt.

Wie du deine eigene Mietstufe findest

  1. Beim Wohngeldamt nachfragen: Jede lokale Wohngeldbehörde kennt die Mietstufe der eigenen Gemeinde und nennt sie auf Anfrage.
  2. Offizielle Veröffentlichung des Bundesministeriums: Die aktuelle Zuordnung aller Gemeinden wird vom zuständigen Bundesministerium veröffentlicht (Suche nach „Mietenstufen Wohngeld" auf der Ministeriumswebsite).
  3. Wohngeld-Assistent: Der Wohngeld-Assistent ermittelt deine Mietstufe automatisch anhand deiner Postleitzahl und rechnet direkt weiter.

Wichtig: Die Mietstufe gilt für die gesamte politische Gemeinde — nicht für einzelne Stadtteile oder Postleitzahlbereiche. Eine Gemeinde hat immer nur eine Mietstufe.

Kann sich meine Mietstufe ändern?

Ja. Da die Einordnung auf der jährlichen Wohngeldstatistik basiert, wird sie regelmäßig überprüft und bei größeren Wohngeldreformen aktualisiert. Steigt das Mietniveau einer Gemeinde im Vergleich zum Bundesdurchschnitt deutlich, kann sie in eine höhere Stufe wechseln — und umgekehrt. Wenn du umziehst, solltest du deshalb bei jedem neuen Antrag prüfen, welche Mietstufe an deinem neuen Wohnort gilt, statt die alte zu übernehmen.

Häufig gestellte Fragen

Wer legt die Mietstufe fest?

Das Statistische Bundesamt ermittelt das Mietenniveau jeder Gemeinde auf Basis der jährlichen Wohngeldstatistik; die daraus abgeleiteten sieben Mietstufen sind in § 12 WoGG und Anlage 1 WoGG rechtlich verankert.

Ist eine hohe Mietstufe gut oder schlecht für mich?

Für den Wohngeldanspruch tendenziell gut: Eine höhere Mietstufe erlaubt einen höheren anrechenbaren Mietbetrag, was — bei sonst gleichen Faktoren — zu mehr Wohngeld führen kann. Gleichzeitig bedeutet eine hohe Mietstufe aber auch, dass die tatsächlichen Mieten vor Ort hoch sind.

Warum haben Nachbargemeinden manchmal unterschiedliche Mietstufen?

Weil das Mietenniveau lokal stark schwanken kann — auch innerhalb einer Region. Eine Gemeinde direkt neben einer teuren Großstadt kann trotzdem eine niedrigere Mietstufe haben, wenn ihr eigenes Mietniveau (laut Statistik) niedriger liegt.

Gilt die Mietstufe auch für den Lastenzuschuss (Eigentümer)?

Ja. Auch beim Lastenzuschuss für selbst genutztes Wohneigentum wird die Mietstufe der Gemeinde zur Ermittlung der anrechenbaren Belastung herangezogen — das Prinzip ist identisch zum Mietzuschuss.

Wo finde ich die genauen Euro-Beträge pro Mietstufe?

Die vollständige Tabelle mit allen Höchstbeträgen nach Haushaltsgröße und Mietstufe steht im Artikel Wohngeld-Tabelle 2026.

Quellen

  • § 12 WoGG (Mietstufen, Ermittlung durch Statistisches Bundesamt) — gesetze-im-internet.de/wogg/__12.html
  • Anlage 1 WoGG (Höchstbeträge nach Mietstufe und Haushaltsgröße) — gesetze-im-internet.de/wogg/anlage_1.html

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