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Arbeitszeugnis Note herausfinden — Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Tabelle

ZeugnisChecker Redaktion·7. Juni 2026·11 Min·Rechtsstand 2026
Arbeitszeugnis Note herausfinden — Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Notenskala-Tabelle

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Die Note steckt in der Zufriedenheits-Kernformel: „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" bedeutet Note 1, „stets zu unserer vollen Zufriedenheit" bedeutet Note 2, und „zu unserer vollen Zufriedenheit" (ohne „stets") bedeutet Note 3. Wer diese Formel in seinem Zeugnis findet und gegen die Notenskala hält, kennt seine Leistungsbewertung. Das reicht aber nicht ganz — Verhaltensbeurteilung, Schlussformel und Auslassungen können die Gesamtnote zusätzlich verschieben. Die 7 Schritte unten zeigen dir das vollständige Vorgehen.

Arbeitszeugnisse in Deutschland sind keine Klartextdokumente. Der Gesetzgeber verlangt in § 109 Abs. 2 GewO, dass ein Zeugnis „klar und verständlich" sein muss und keine Formulierungen mit versteckter Zweitaussage enthalten darf. In der Praxis hat die Rechtsprechung dennoch eine Zeugnissprache anerkannt, die auf Schlüsselformulierungen und ihrer genauen Wortwahl basiert. Wer diese Sprache nicht kennt, liest ein anderes Dokument als der Personaler auf der Gegenseite.

Dieser Artikel ist deine Prozess-Anleitung — er zeigt dir, wie du deine persönliche Note herausfindest. Die vollständige Erklärung der Notenskala mit allen Formulierungsbeispielen findest du in unserem Artikel Arbeitszeugnis Noten — von „sehr gut" bis „mangelhaft", einen umfassenden Gesamtüberblick bietet Arbeitszeugnis Bewertung: Notenskala, Geheimcodes & Formulierungen entschlüsseln.

7 Schritte: So findest du deine Arbeitszeugnis-Note heraus

Arbeite die folgenden 7 Schritte der Reihe nach ab. Du brauchst dazu nur dein Zeugnis und diese Anleitung.

  1. Schritt 1 — Kernformel mit „Zufriedenheit" finden: Suche den Satz, der das Wort „Zufriedenheit" enthält. Typisch: „erledigte alle Aufgaben … zu unserer … Zufriedenheit." Dieser eine Satz ist der stärkste Notenindikator im gesamten Zeugnis.
  2. Schritt 2 — Gegen die Notenskala halten: Vergleiche die genaue Formulierung mit der Tabelle weiter unten in diesem Artikel. Achte auf jeden Buchstaben — „vollsten" vs. „vollen" ist der Unterschied zwischen Note 1 und Note 2.
  3. Schritt 3 — „stets"-Check durchführen: Steht das Wort „stets" vor dem Zufriedenheitssatz? „Stets zu unserer vollen Zufriedenheit" = Note 2. „Zu unserer vollen Zufriedenheit" ohne „stets" = Note 3. Das Fehlen von „stets" ist kein Versehen — es senkt die Note bewusst um eine Stufe.
  4. Schritt 4 — Verhaltensbeurteilung prüfen: Achte auf Reihenfolge und Wortwahl der Verhaltensbeurteilung. Korrekte Reihenfolge: erst Vorgesetzte, dann Kolleginnen und Kollegen, dann ggf. Kunden. „Stets vorbildlich" = beste Bewertung; „einwandfrei" oder „korrekt" deutet auf niedrigere Verhaltens-Note hin.
  5. Schritt 5 — Schlussformel prüfen: Eine vollständige Note-1- oder Note-2-Schlussformel enthält drei Elemente: (a) Dank für die geleistete Arbeit, (b) Bedauern über das Ausscheiden und (c) Wünsche für die Zukunft. Fehlt das Bedauern oder sind die Wünsche sehr knapp, drückt das die Gesamtwirkung.
  6. Schritt 6 — Auslassungen suchen: Vergleiche dein Zeugnis mit typischen Zeugnistexten. Fehlen wesentliche Aufgabenbereiche aus deiner Tätigkeit? Fehlt die Schlussformel ganz? Fehlt eine Beurteilung des Fachwissens, obwohl du eine Fachkraft warst? Auslassungen werden im Zeugnissystem als beredtes Schweigen gewertet — was nicht erwähnt wird, gilt als nicht vorhanden oder mangelhaft.
  7. Schritt 7 — Gesamtnote bilden: Das schwächste benotete Element zieht die Gesamtwirkung des Zeugnisses nach unten. Wenn die Leistungsformel eine Note 2 ergibt, das Verhalten aber nur als „ordnungsgemäß" beschrieben wird, wirkt das Zeugnis in der Gesamtschau schlechter als eine reine Note 2. Gesamtnote = Minimum aller Einzelbewertungen — mit besonderem Gewicht auf Leistungs- und Verhaltensformel.

Schritt 1 und 2 im Detail: Die Kernformel und die Notenskala

Der wichtigste Satz in deinem Zeugnis ist die Zufriedenheitsformel. Hier ist die vollständige Notenskala, wie sie von der Rechtsprechung anerkannt wird — eine Praxiskonvention auf Basis des Zeugnisbrauchs, kein gesetzlich festgelegtes System:

Note Schulnote Kernformel Leistungsbeurteilung
Note 1 Sehr gut „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit"
Note 2 Gut „stets zu unserer vollen Zufriedenheit"
Note 3 Befriedigend „zu unserer vollen Zufriedenheit" (ohne „stets")
Note 4 Ausreichend „zu unserer Zufriedenheit" (ohne Verstärker)
Note 5–6 Mangelhaft–Ungenügend „im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit" / „war stets bemüht" — unterste Stufen, je nach Quelle leicht variierend

Wichtige Einschränkung bei Note 5 und 6

Die Zuordnung der Noten 1 bis 3 ist in Rechtsprechung und Praxis einheitlich. Bei den untersten Stufen (Note 4 bis 6) können die Formulierungen je nach Unternehmen, Branche und Rechtsprechungsstand leicht variieren. „Im Großen und Ganzen zufrieden" und „war stets bemüht" gelten allgemein als unterste Bewertungen — welcher dieser Sätze eine 4, 5 oder 6 bedeutet, hängt vom Gesamtkontext ab. Im Zweifel hilft nur eine Gesamtanalyse.

Rechtliche Einordnung: BAG-Urteil vom 18.11.2014 — 9 AZR 584/13

Das Bundesarbeitsgericht hat entschieden: „Zur vollen Zufriedenheit" ohne „stets" entspricht einer befriedigenden Leistung und liegt in der Mitte der Skala. Wer ein besseres Zeugnis als „befriedigend" fordert, trägt selbst die Darlegungs- und Beweislast. Für eine schlechtere Bewertung als durchschnittlich ist dagegen der Arbeitgeber beweispflichtig (BAG, 14.10.2003 — 9 AZR 12/03).

Schritt 3 im Detail: Warum „stets" alles verändert

Das Wort „stets" ist im deutschen Zeugnissystem kein stilistisches Füllwort — es ist ein notenrelevantes Signal. Es bedeutet: ohne Ausnahme, in jeder Situation, durchgängig. Sein Fehlen bedeutet implizit: überwiegend, meistens, aber eben nicht immer.

Konkret:

  • „stets zu unserer vollsten Zufriedenheit" → Note 1 (sehr gut) — beide Verstärker vorhanden
  • „stets zu unserer vollen Zufriedenheit" → Note 2 (gut) — Konsistenz-Verstärker „stets" vorhanden, Superlativ fehlt
  • „zu unserer vollen Zufriedenheit" → Note 3 (befriedigend) — kein „stets", Leistung also nicht durchgängig auf gutem Niveau

Besonders tückisch: Viele Arbeitgeber schreiben „stets zu unserer vollen Zufriedenheit" in bester Absicht — sie meinen eigentlich das Beste. Sie wissen nicht, dass für geschulte Personalverantwortliche dieser Satz eine klare Note 2 signalisiert. Wenn du dir über den Unterschied zwischen „voller" und „vollster Zufriedenheit" unsicher bist, lies dazu unseren Vergleichsartikel „volle" vs. „vollste Zufriedenheit" — ein Wort, ein ganzer Notenunterschied.

Schritt 4 im Detail: Die Verhaltensbeurteilung richtig lesen

Neben der Leistungsformel ist die Verhaltensbeurteilung der zweite entscheidende Notenblock. Hier gibt es zwei Ebenen zu prüfen: die Reihenfolge und die Wortwahl.

Reihenfolge der Verhaltensbeurteilung

Die anerkannte Reihenfolge im Arbeitszeugnis ist: erst das Verhalten gegenüber Vorgesetzten, dann gegenüber Kolleginnen und Kollegen, dann ggf. gegenüber Kunden oder externen Partnern. Eine abweichende Reihenfolge — etwa Kollegen vor Vorgesetzten — kann als Signal für ein gestörtes Verhältnis zur Führungsebene gewertet werden. Das ist kein Regelwerk im Gesetz, sondern ein in der Zeugnissprache etablierter Signalcode.

Wortwahl der Verhaltensbeurteilung

Formulierung Verhalten Ungefähre Bewertung
„stets vorbildlich" Sehr gut — beste Verhaltens-Bewertung
„einwandfrei" Gut — positiv, aber nicht die Spitzenstufe
„korrekt" / „ordnungsgemäß" Befriedigend bis ausreichend — neutral bis kühl
„ohne Beanstandung" Unterdurchschnittlich — Mindeststandard gerade erfüllt
Verhalten wird gar nicht erwähnt Stark negatives Signal — Auslassung als Kritik

Schritt 5 im Detail: Die Schlussformel und ihre drei Pflicht-Elemente

Eine vollständige, wohlwollende Schlussformel enthält drei Bestandteile — und alle drei müssen vorhanden und inhaltlich stark sein, damit das Zeugnis insgesamt gut abschließt:

  1. Dank: „Wir danken ihr/ihm für die geleistete Arbeit und das Engagement." Fehlt der Dank ganz, ist das ein starkes Negativsignal.
  2. Bedauern: „Wir bedauern es, dass Frau/Herr [Name] unser Unternehmen verlässt." Fehlt das Bedauern, bedeutet das: der Arbeitgeber ist nicht traurig über das Ausscheiden.
  3. Zukunftswünsche: „Wir wünschen ihr/ihm für die Zukunft alles Gute." Eine persönliche, warme Formulierung (z. B. „alles erdenklich Gute und weiterhin viel Erfolg") ist besser als ein knappes „viel Erfolg".

Wenn das Bedauern fehlt oder die Wünsche sehr knapp gehalten sind, zieht das die Gesamtwirkung des Zeugnisses nach unten — auch wenn die Leistungsformeln an sich in Ordnung sind. Mehr dazu in unserem Artikel Arbeitszeugnis gut oder schlecht — so erkennst du den Unterschied.

Schritt 6 im Detail: Auslassungen erkennen — das beredtes Schweigen

Im deutschen Arbeitszeugnis hat jede Auslassung Bedeutung. Was nicht gesagt wird, gilt als nicht vorhanden oder problematisch. Das nennt man „beredtes Schweigen". Prüfe dein Zeugnis konkret auf folgende Punkte:

  • Fehlen wesentliche Aufgabenbereiche? Wenn du z. B. fünf Jahre lang auch für Projektleitung zuständig warst und das Zeugnis sie nicht erwähnt, fragt der nächste Arbeitgeber zu Recht: Warum nicht? — sofern der Baustein in einem qualifizierten Zeugnis nach Art und Dauer der Tätigkeit üblicherweise zu erwarten wäre.
  • Fehlt die Schlussformel komplett? Ein Zeugnis ohne Schlussformel ist ein starkes Negativsignal — unabhängig davon, wie gut die Leistungsformeln sind.
  • Fehlt die Verhaltensbeurteilung? Bei qualifizierten Arbeitszeugnissen gehört die Verhaltensbeurteilung zum Standard. Ihr Fehlen wirkt wie eine versteckte Kritik — sofern der Baustein in einem qualifizierten Zeugnis nach Art und Dauer der Tätigkeit üblicherweise zu erwarten wäre.
  • Fehlt ein Hinweis auf Weiterbildungen oder besondere Leistungen? Wenn du nachweislich eine wichtige Zertifizierung absolviert hast und das Zeugnis sie nicht erwähnt, fragt sich der Leser warum.

Achtung: § 109 Abs. 2 GewO und das Geheimcode-Verbot

Der Gesetzgeber verbietet in § 109 Abs. 2 GewO ausdrücklich Formulierungen, die eine versteckte Zweitaussage enthalten. In der Praxis erkennt die Rechtsprechung die etablierte Zeugnissprache trotzdem als zulässig an, solange sie dem allgemeinen Verständnis entspricht. Eindeutige Geheimcodes, die nur Eingeweihten bekannt sind und die Durchschnitts-Leserin täuschen würden, können anfechtbar sein. Ob dein Zeugnis solche Codes enthält, lässt sich ohne Fachkenntnis kaum sicher einschätzen.

Schritt 7 im Detail: Gesamtnote bilden

Die Gesamtnote eines Arbeitszeugnisses ergibt sich nicht aus dem Durchschnitt der Einzelformulierungen — das schwächste Element hat überproportionales Gewicht. Konkret:

  • Leistungsformel Note 2, aber Verhaltensbeurteilung nur „korrekt" → Gesamtwirkung näher an Note 3 als an Note 2
  • Alle Formulierungen auf Note-1-Niveau, aber Schlussformel fehlt → Starker Negativkontrast, Gesamtwirkung beeinträchtigt
  • Leistung und Verhalten sehr gut, aber wichtige Aufgabenbereiche fehlen → Personaler fragen sich, was nicht erwähnt wird

Das bedeutet für deine Selbstbewertung: Prüfe alle Bausteine des Zeugnisses, nicht nur die Kernformel. Erst wenn alle Elemente zusammenpassen, stimmt auch die Gesamtnote.

Warum die Selbst-Benotung ihre Grenzen hat

Die 7 Schritte oben sind ein solides Werkzeug — aber sie stoßen an Grenzen. Wer sein Zeugnis selbst benotet, hat typischerweise drei Probleme:

1. Der Geheimcode-Effekt

Manche Formulierungen klingen positiv, haben aber in der Zeugnissprache eine negative Bedeutung. Klassisches Beispiel: „Er war stets bemüht, die übertragenen Aufgaben zu erfüllen." Das klingt nach Engagement — bedeutet aber: Die Aufgaben wurden selten vollständig erfüllt. Wer diese Codes nicht kennt, liest ein anderes Zeugnis als der Personaler.

2. Der Branchen-Kontext

Was in einer Branche als Standard-Formulierung gilt, kann in einer anderen anders gewichtet werden. In konservativen Branchen (Banken, Versicherungen, öffentlicher Dienst) sind die Formulierungskonventionen strenger als in Start-up-Umfeldern oder der Gastronomie.

3. Die Auslassungs-Falle

Was im Zeugnis fehlt, fällt dem Leser oft nicht auf — dem Verfasser schon gar nicht. Auslassungen sind die schwierigste Kategorie in der Selbst-Benotung, weil man nicht weiß, was „normal" wäre. Hier hilft nur der Vergleich mit Mustern oder eine externe Analyse.

Rechtsgrundlagen & Quellen

Die Aussagen in diesem Artikel stützen sich auf folgende Rechtsgrundlagen und Entscheidungen:

  • § 109 Abs. 1 GewO — Anspruch auf schriftliches Zeugnis bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses; einfaches Zeugnis (Art und Dauer) oder auf Verlangen qualifiziertes Zeugnis (Leistung und Verhalten). Quelle: gesetze-im-internet.de/gewo/__109.html
  • § 109 Abs. 2 GewO — Das Zeugnis muss klar und verständlich sein; Formulierungen mit versteckter Zweitaussage sind verboten.
  • § 12a Abs. 1 ArbGG — In der ersten Instanz vor dem Arbeitsgericht hat keine Partei Anspruch auf Erstattung der Anwaltskosten, auch nicht bei Obsiegen.
  • BAG, Urteil vom 18.11.2014 — 9 AZR 584/13 — „Zur vollen Zufriedenheit" ohne „stets" entspricht einer befriedigenden (mittleren) Leistung. Wer ein besseres Zeugnis als befriedigend beansprucht, trägt die Darlegungs- und Beweislast.
  • BAG, Urteil vom 14.10.2003 — 9 AZR 12/03 — Für eine schlechtere Beurteilung als durchschnittlich ist der Arbeitgeber darlegungs- und beweispflichtig.
  • BAG, Urteil vom 20.02.2001 — 9 AZR 44/00 — Das Zeugnis muss sachlich wahr und von verständigem Wohlwollen getragen sein; die Wahrheitspflicht hat Vorrang.

Hinweis: Die Notenskala ist eine von der Rechtsprechung anerkannte Praxiskonvention (Zeugnisbrauch), kein gesetzlich festgelegtes System. Dieser Artikel ersetzt keine anwaltliche Beratung.

Häufige Fragen zum Herausfinden der Arbeitszeugnis-Note

Kann ich meine Note herausfinden, ohne einen Anwalt zu brauchen?

Ja — für die Leistungsformel und Verhaltensbeurteilung genügt die Tabelle in diesem Artikel. Die Schwierigkeit liegt bei Auslassungen und Geheimcodes, die ohne Vergleichsmaterial schwer zu erkennen sind. Der ZeugnisChecker analysiert auch diese Elemente automatisch und gibt dir eine vollständige Einschätzung für 6,99 €, ohne dass du einen Anwalt konsultieren musst.

Was bedeutet „im Großen und Ganzen zu unserer Zufriedenheit"?

Diese Formulierung signalisiert eine unterdurchschnittliche Leistungsbewertung — sie wird in der Praxis als Note 4–5 (ausreichend bis mangelhaft) gewertet; die Zuordnung der unteren Stufen variiert je nach Quelle. Das Wort „im Großen und Ganzen" schränkt die Zufriedenheit erheblich ein: Es gab also offenbar wesentliche Bereiche, in denen die Leistung nicht zufriedenstellend war.

Wie erkenne ich, ob meine Schlussformel vollständig ist?

Prüfe, ob alle drei Elemente vorhanden sind: Dank, Bedauern und Zukunftswünsche. Fehlt das Bedauern — typisch erkennbar an Formulierungen wie „Wir bedauern es / bedauern sehr, dass …" — ist das ein klares Negativ-Signal. Eine vollständige Note-1-Schlussformel enthält alle drei Elemente in ausdrucksstarker Form.

Mein Zeugnis enthält „war stets bemüht" — was bedeutet das?

„War stets bemüht, die übertragenen Aufgaben zu erfüllen" ist eine der bekanntesten negativen Formulierungen im deutschen Zeugnissystem. Sie bedeutet: Trotz Mühe wurden die Anforderungen nicht oder kaum erfüllt. Diese Formulierung entspricht in der Praxis der untersten Bewertungsstufe. Wenn du sie in deinem Zeugnis findest, hast du einen klaren Berichtigungsanspruch — sofern deine tatsächliche Leistung besser war.

Ich habe einen Berichtigungsanspruch — wie setze ich ihn durch?

Der Berichtigungsanspruch folgt aus § 109 GewO: Ein fehlerhaftes Zeugnis erfüllt den gesetzlichen Anspruch nicht, der Arbeitgeber muss nacherfüllen. Wende dich zunächst schriftlich an deinen ehemaligen Arbeitgeber mit konkreten Formulierungsvorschlägen. Lehnt er ab und du hast Belege für deine tatsächliche Leistung (Lob-E-Mails, Gehaltserhöhungen, Beförderungen), ist eine Klage auf Zeugnisberichtigung beim Arbeitsgericht möglich. Beachte dabei: In der 1. Instanz trägt nach § 12a Abs. 1 ArbGG jede Partei ihre Anwaltskosten selbst.

Macht es einen Unterschied, ob mein Zeugnis von einem kleinen oder großen Unternehmen stammt?

Die rechtlichen Grundlagen gelten für alle Unternehmen gleich. In der Praxis sind kleine Arbeitgeber oft weniger vertraut mit der Zeugnissprache und formulieren manchmal unbewusst schlechter oder besser als beabsichtigt. Große Konzerne und Konzerne mit HR-Abteilungen verwenden meist standardisierte Formulierungsbausteine, die die Zeugniskonventionen genauer einhalten. Das erhöht die Chance, dass die Note des Zeugnisses tatsächlich der beabsichtigten Bewertung entspricht.

Kann ich die Note meines Zeugnisses selbst online prüfen?

Ja. Der ZeugnisChecker analysiert dein Zeugnis vollständig: Du lädst deinen Zeugnistext hoch oder gibst ihn ein, und bekommst eine detaillierte Auswertung aller notenrelevanten Elemente — Kernformel, Verhaltensbeurteilung, Schlussformel, Auslassungen und Geheimcodes. Die Vollanalyse kostet 6,99 €.

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