Kostenübersicht auf einen Blick
Die Patientenverfügung ist einer der wichtigsten Vorsorge-Dokumente — und muss nicht teuer sein. Die Kosten reichen von 0 € (selbst geschrieben) bis etwa 800 € (anwaltliche Komplettberatung). Wichtig ist nicht der Preis, sondern die Qualität: nach BGH-Urteilen muss eine Patientenverfügung konkrete Behandlungssituationen mit konkreten Wünschen verknüpfen.
| Variante | Kosten | Für wen geeignet |
|---|---|---|
| Selbst erstellen (handschriftlich) | 0 € | Sehr gut informierte Personen |
| Kostenlose Bundesjustizministerium-Vorlage | 0 € | Standardfall ohne Besonderheiten |
| Online-Tool (z.B. unser Generator) | 19-50 € | Rechtssicher mit Führung + persönliche Situation |
| Beglaubigung Betreuungsbehörde | 10 € | Zusatz-Sicherheit |
| Notarielle Beglaubigung | 20-70 € | Wenn zweifelsfreie Identität wichtig |
| Notarielle Beurkundung | 50-300 € | Komplexe Krankheitssituationen |
| Anwaltliche Erstellung | 150-800 € | Chronische Krankheit, Unternehmen, Sonderfälle |
Variante 1: Selbst erstellen (0 €)
Du kannst eine Patientenverfügung komplett selbst verfassen — handschriftlich oder als ausgedrucktes Dokument mit Unterschrift. Kein Notar, kein Anwalt nötig. Rechtsgrundlage: § 1827 BGB.
Formanforderungen
- Schriftform (getippt oder handschriftlich)
- Eigenhändige Unterschrift
- Ort und Datum
- Identifikation des Verfassers (voller Name, Geburtsdatum, Adresse)
Vorteile
- Kostenlos
- Jederzeit erstellbar
- Keine Wartezeit
Nachteile
- Formfehler-Risiko: nach BGH-Urteilen (2016, 2018) reichen allgemeine Formulierungen wie "keine lebensverlängernden Massnahmen" nicht aus
- Hoher Rechercheaufwand für medizinisch-rechtliche Korrektheit
- Gefahr, wichtige Situationen zu vergessen
Variante 2: Kostenlose Vorlage des Bundesjustizministeriums (0 €)
Das Bundesjustizministerium bietet eine kostenlose Muster-Patientenverfügung als PDF zum Download an (bmj.de). Sie ist rechtlich korrekt, deckt die wichtigsten Situationen ab und ist BGH-konform in der Grundstruktur.
Vorteile
- Kostenlos
- Rechtlich geprüft
- Wird von Ärzten und Behörden allgemein akzeptiert
Nachteile
- Sehr umfangreich (70+ Seiten Ausfüll-Anleitung)
- Generisch — individuelle Situationen erfordern Anpassungen
- Laien-Ausfüllung oft fehlerhaft ohne Führung
Variante 3: Online-Tool (19-50 €)
Online-Tools wie unser Patientenverfügung-Generator führen dich Schritt-für-Schritt durch die wichtigen Fragen und erstellen in 10 Minuten ein BGH-konformes Dokument.
Kostenbreakdown
- Basis (Standard-Situationen): 19,99 €
- Standard (erweiterte Situationen inkl. Demenz): 29,99 €
- Premium (chronische Krankheit, Lebensende): 49,99 €
Vorteile
- BGH-konform durch strukturierte Situations-Beschreibungen
- Schnell (10 Minuten)
- Individuelle Fragen statt generisches Formular
- Medizinische Terminologie korrekt verwendet
Nachteile
- Nicht für Spezialfälle (z.B. Behindertentestament, psychische Erkrankung)
- Keine individuelle Rechtsberatung
Jetzt Patientenverfügung erstellen → zum Patientenverfügung-Generator
Variante 4: Notarielle Beglaubigung (20-70 €)
Der Notar beglaubigt deine Unterschrift — nicht den Inhalt. Kosten nach GNotKG:
- Minimum: 20 € + MwSt.
- Meistens: 30-50 € für typische Fälle
- Maximum: 70 € bei hohem Vermögen
Wann sinnvoll
Wenn du sicherstellen willst, dass die Echtheit der Unterschrift später nicht angezweifelt werden kann. Besonders bei wahrscheinlich bald eintretender Krankheit (Demenz-Verdacht).
Variante 5: Notarielle Beurkundung (50-300 €)
Der Notar beurkundet den kompletten Text mit rechtlicher Beratung. Kosten nach GNotKG richten sich nach dem Geschäftswert:
- 50.000 € Vermögen: ~50-80 €
- 100.000 €: ~100-140 €
- 300.000 €: ~200-250 €
- 500.000 € +: ~250-300 €
Wann sinnvoll
- Bei chronischen Krankheiten (Krebs, ALS, MS, Parkinson) mit sehr spezifischen Behandlungswünschen
- Bei drohender Einwilligungs-Unfähigkeit (fortgeschrittene Demenz)
- Wenn die Patientenverfügung zusammen mit Testament/Vorsorgevollmacht erstellt wird
Variante 6: Anwaltliche Erstellung (150-800 €)
Ein Fachanwalt für Medizinrecht erstellt die Patientenverfügung individuell. Hohe Kosten, aber umfassende Beratung.
Kostenrahmen
- Erstberatung: 150-250 €
- Massgeschneiderte Erstellung: 300-600 €
- Komplette Vorsorge-Beratung inkl. Testament und Vollmacht: 600-1.200 €
Wann sinnvoll
- Bei komplexen medizinischen Vorgeschichten
- Bei widersprüchlichen Religions-/Weltanschauungs-Aspekten
- Bei seltenen Krankheiten mit atypischen Behandlungsoptionen
- Für Patienten mit Kindern mit Behinderung (spezielle Vorsorgeregelungen)
- Wenn Unternehmensbeteiligung im Spiel ist
Versteckte Zusatzkosten beachten
- Zentrales Vorsorgeregister: 18-21 € einmalig für Eintragung (sehr zu empfehlen)
- Notfall-Ausweis / Notfallkarte: 10-30 € (Verweis auf bestehende PV im Notfall)
- Apostille: 10-25 € (bei Auslandsnutzung)
- Beeidigte Übersetzung: 80-200 € (für Ausland)
- Aktualisierung nach Diagnose-Änderung: ggf. neue Beurkundung nötig
Jetzt Patientenverfügung erstellen → zum Patientenverfügung-Generator
Bundle-Angebote lohnen oft
Wenn du ohnehin eine Vorsorgevollmacht (Vorsorgevollmacht-Generator) und Patientenverfügung erstellen willst: viele Anbieter machen Bundle-Preise. Typische Ersparnis: 20-30 % bei Paket-Erstellung.
Unser Bundle (Vorsorgevollmacht + Patientenverfügung) kostet 29,99 € — günstiger als beide einzeln. Rechtlich gehören beide zusammen: die Vorsorgevollmacht bestimmt wer, die Patientenverfügung bestimmt was.
Empfehlung nach Lebenssituation
Junge, gesunde Erwachsene (20-40 Jahre)
Online-Tool Basis: 19,99 € — reicht vollständig. Risiko eines Unfalls oder plötzlicher Krankheit sollte abgedeckt sein.
Mittleres Alter ohne Krankheit (40-65)
Online-Tool Standard + ZVR-Eintrag: 48 € — solide Basis. Auch an Vorsorgevollmacht und Testament denken.
Diagnose einer chronischen Krankheit
Anwaltliche Beratung + notarielle Beurkundung: 500-800 € — lohnt sich für spezifische Krankheitssituationen.
Senioren ohne Krankheit
Online-Tool Standard + notarielle Beglaubigung: 80-120 € — für maximale Rechtssicherheit.
Demenz-Verdacht oder Diagnose
Notarielle Beurkundung mit ärztlichem Attest der Geschäftsfähigkeit: 200-400 € — unverzichtbar.
Häufige Fragen
Muss ich für die Patientenverfügung zwingend zum Notar?
Nein. Eine handschriftlich oder am Computer geschriebene Patientenverfügung mit eigenhändiger Unterschrift ist nach § 1827 BGB rechtsgültig. Der Notar ist nur dann ratsam, wenn die Echtheit später angezweifelt werden könnte.
Warum ist Online-Tool nicht kostenlos wenn selbst Erstellen kostenlos ist?
Das Online-Tool leistet mehr als das blanke Formular: individuelle Fragen, BGH-konforme Formulierungen, medizinische Hinweise, strukturiertes Layout. Wer Zeit und Fachkenntnis hat, kann alles selbst machen — wer in 10 Minuten ein sicheres Ergebnis will, spart mit dem Tool oft mehrere Stunden Recherche.
Ist die teuerste Variante auch die beste?
Nein. Für 80 % aller Menschen ist ein Online-Tool für 30-50 € genauso rechtsgültig wie eine 500 €-Anwaltsberatung. Teuer wird es nur bei Sondersituationen: chronische Krankheit, ungewöhnliche Behandlungswünsche, religiöse/weltanschauliche Besonderheiten.
Kann ich die Kosten steuerlich absetzen?
Nur in seltenen Fällen. Die Erstellung einer Patientenverfügung ist Teil der privaten Lebensführung und nicht absetzbar. Ausnahme: Bei betrieblicher Veranlassung (sehr selten) als Werbungskosten.
Was kostet die Eintragung im Zentralen Vorsorgeregister?
Einmalig 18-21 € (bundeslandabhängig). Das ist die günstigste Investition, die du machen kannst: im Ernstfall wird deine Patientenverfügung garantiert gefunden — unabhängig davon, ob Angehörige das Original vorlegen.
Gibt es Förderung oder Zuschüsse?
Nein. Keine öffentliche Förderung für die Erstellung von Patientenverfügungen. Ausnahme: Bei Bezug von Sozialhilfe kann die Betreuungsbehörde kostenlose Beglaubigung anbieten.
Was passiert mit der Patientenverfügung im Todesfall?
Die Patientenverfügung wird nicht "vererbt" — sie regelt nur Entscheidungen zu Lebzeiten. Nach dem Tod ist sie rechtlich bedeutungslos. Anders als ein Testament muss sie NICHT beim Nachlassgericht hinterlegt werden.
Fazit: Günstig heisst nicht schlechter
Eine rechtssichere Patientenverfügung muss nicht teuer sein. Für 20-50 € erhältst du ein BGH-konformes Dokument, das die allermeisten Situationen abdeckt. Mehr auszugeben lohnt sich nur bei Spezialfällen (chronische Krankheit, komplexe Situation).
Die wichtigste Investition ist ZEIT — nicht Geld. Egal ob du 0 € oder 500 € ausgibst: nur wenn du dir Gedanken machst, welche Behandlung du in welcher Situation willst, ist das Dokument wirklich sinnvoll.
Der Patientenverfügung-Generator führt dich in 10 Minuten durch alle wichtigen Situationen — mit BGH-konformen Formulierungen und medizinischer Klarheit. Ab 19,99 €.
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