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Patientenverfügungs-Generator20 Min. LesezeitVeröffentlicht: 12. April 2026

Patientenverfügung Formular: Richtig ausfüllen 2026

Von der Patientenverfügung-Generator Redaktion·Geprüft auf Rechtsstand 2026
Hand füllt Formular für Patientenverfügung aus

Welches Formular ist das richtige?

Es gibt kein gesetzlich vorgeschriebenes Formular für die Patientenverfügung. Du kannst ein beliebiges Formular verwenden — oder auf ein Formular ganz verzichten und das Dokument frei formulieren. Was zählt, ist nicht das Formular, sondern der Inhalt und die Einhaltung der gesetzlichen Formvorschriften (schriftlich, eigenhändig unterschrieben).

Dennoch ist es praktisch, ein strukturiertes Formular zu nutzen, weil es dir hilft, keine wichtigen Punkte zu vergessen. Die wichtigsten Quellen für Formulare:

  • BMJV-Textbausteine: Das Bundesministerium der Justiz stellt kostenlose Textbausteine zur Verfügung, die du zu einem individuellen Dokument zusammenstellen kannst.
  • Online-Generatoren: Tools wie unser Patientenverfügungs-Generator führen dich durch den gesamten Prozess und erzeugen ein fertiges, individuelles Dokument.
  • Krankenkassen und Verbände: AOK, Malteser, Caritas und andere bieten Vordrucke an.
  • Notar oder Anwalt: Für besonders komplexe Situationen oder wenn du auf der sicheren Seite sein willst.

Das beste Formular ist das, das dich dazu bringt, alle wichtigen Punkte durchzudenken und sorgfältig auszufüllen — und das die BGH-Anforderungen erfüllt.

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Pflichtangaben vs. optionale Angaben

Nicht alle Angaben in einem Formular sind rechtlich zwingend. Hier eine Übersicht:

Rechtlich zwingend

  • Schriftform: Das Dokument muss schriftlich vorliegen (maschinengeschrieben oder handgeschrieben)
  • Eigenhändige Unterschrift: Du selbst musst unterschreiben — Stellvertretung ist nicht erlaubt
  • Datum der Unterzeichnung: Empfohlen, wenn auch nicht ausdrücklich gesetzlich vorgeschrieben — in der Praxis unverzichtbar
  • Inhaltliche Anforderungen des BGH: Konkrete Situationsbeschreibungen und Behandlungswünsche

Empfohlen, aber nicht zwingend

  • Vollständiger Name und Geburtsdatum (um Verwechslungen auszuschließen)
  • Beschreibung von Wertvorstellungen (als Auslegungshilfe)
  • Hinweis auf bestehende Vorsorgevollmacht und den Namen der bevollmächtigten Person
  • Erklärung zur Organspende
  • Ärztlicher Bestätigungsvermerk (über Einwilligungsfähigkeit und Aufklärungsgespräch)
  • Zeugenunterschrift

Nicht erforderlich

  • Notarielle Beurkundung (anders als bei der Vorsorgevollmacht für Immobilien)
  • Registrierung (empfohlen, aber nicht gesetzlich vorgeschrieben)
  • Zustimmung oder Beratung durch einen Arzt (empfohlen, aber nicht Pflicht)

Die 4 Situationen verstehen

Das Kernstück jedes Formulars sind die vier Situationen, für die du deine Wünsche festlegen kannst. Diese Situationen entsprechen den häufigsten medizinischen Szenarien, in denen eine Patientenverfügung zum Tragen kommen kann.

Situation 1: Dauerhafter Bewusstseinsverlust

Du befindest dich in einem Zustand dauerhafter Bewusstlosigkeit ohne Aussicht auf Erholung. Das klassische Beispiel ist das Wachkoma (apallisches Syndrom) nach einem schweren Hirntrauma oder einem Herzstillstand mit nachfolgender Gehirnschädigung durch Sauerstoffmangel.

Wichtig: „Dauerhaft" und „ohne Aussicht auf Erholung" müssen gut begründet sein. Ärzte müssen feststellen, dass keine begründete Aussicht auf Wiedererlangung des Bewusstseins besteht. In deiner Patientenverfügung solltest du formulieren, was „dauerhaft" für dich bedeutet — zum Beispiel: nach einem Zeitraum von mehreren Monaten ohne Bewusstseinszeichen.

Situation 2: Sterbeprozess hat begonnen

Du befindest dich in der Sterbephase — der Körper versagt unwiderruflich, medizinische Maßnahmen können den Sterbeprozess allenfalls zeitlich verzögern. Diese Situation tritt zum Beispiel bei weit fortgeschrittener Krebserkrankung im Endstadium auf oder bei schwerem Multiorganversagen.

Hier geht es um die Frage: Willst du, dass der natürliche Sterbeprozess durch medizinische Maßnahmen verlängert wird — oder willst du natürlich sterben, begleitet von bestmöglicher Schmerzbehandlung?

Situation 3: Schwere dauerhafte Hirnschädigung

Du hast eine so schwere Hirnschädigung erlitten, dass keine Kommunikation und keine bewusste Wahrnehmung der Umwelt mehr möglich ist. Das betrifft schwere Demenz im Endstadium (wenn Erkennen, Sprechen und Schlucken nicht mehr möglich sind), schwerste Hirnverletzungen und ähnliche Zustände.

Diese Situation ist häufig die schwierigste auszufüllen, weil der Verlauf einer Demenz zum Beispiel langsam und schleichend ist. Sei konkret: Beschreibe, welche Fähigkeiten verloren gegangen sein müssen, damit die Situation als eingetreten gilt.

Situation 4: Andere Einwilligungsunfähigkeit

Du bist durch eine andere Ursache — eine schwere psychiatrische Erkrankung, eine schwere Infektion, einen fortgeschrittenen Krebsprozess mit Bewusstseinstrübung — nicht mehr in der Lage, in medizinische Maßnahmen einzuwilligen. Diese Situationsklasse fängt alle Fälle auf, die nicht in die ersten drei Situationen fallen.

Behandlungswünsche festlegen

Für jede der vier Situationen legst du deine Behandlungswünsche fest. Hier eine detaillierte Erläuterung der wichtigsten Behandlungsbereiche:

Kardiopulmonale Reanimation

Herzdruckmassage, elektrische Defibrillation und Beatmung zur Wiederbelebung. Diese Maßnahmen können bei einem plötzlichen Herzstillstand Leben retten — aber in Situationen mit schwerer Hirnschädigung oder im Sterbeprozess sind sie oft sinnlos oder verlängern nur das Leiden.

Deine Optionen: Reanimation durchführen / keine Reanimation / Entscheidung im Einzelfall dem Arzt überlassen

Künstliche Beatmung

Maschinelle Unterstützung der Atmung über Tubus oder Maske. Kurzfristig sinnvoll nach Operationen oder bei vorübergehender Ateminsuffizienz. Bei dauerhafter Beatmung ohne Aussicht auf Erholung ist die Situation anders zu bewerten.

Deine Optionen: Beatmung ja / Beatmung nein / Kurzfristig ja, dauerhaft nein

Künstliche Ernährung und Flüssigkeit

Nahrung und Flüssigkeit über eine Magensonde (PEG) oder intravenös. Besonders im Sterbeprozess ist dieses Thema sensibel: Der sterbende Körper hat oft kein Bedürfnis nach Nahrung mehr, und künstliche Ernährung kann Leid verlängern statt lindern.

Dialyse

Maschinelle Nierenreinigung mehrmals wöchentlich. Lebenserhaltend bei Nierenversagen, aber körperlich belastend. Deine Wünsche kannst du für verschiedene Situationen unterschiedlich festlegen.

Antibiotika und lebensverlängernde Medikamente

Medikamente, die primär das Leben verlängern sollen — bei Infektionen, Herzversagen oder anderen lebensbedrohlichen Zuständen. Du kannst festlegen, in welchen Situationen du auf lebensverlängernde Medikamentengabe verzichten möchtest.

Operative Eingriffe und invasive Maßnahmen

Operationen, Katheter, Punktionen zur Lebensverlängerung. Auch hier gilt: In manchen Situationen sinnvoll, in anderen belastend ohne sinnvollen Nutzen.

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Wertvorstellungen formulieren

Neben den konkreten Behandlungswünschen sollte deine Patientenverfügung auch deine Wertvorstellungen und Lebenseinstellung beschreiben. Das hat zwei Funktionen:

  1. Es hilft Ärzten und Betreuern, deinen Willen in Situationen auszulegen, die die Patientenverfügung nicht ausdrücklich regelt.
  2. Es gibt deiner Patientenverfügung nach BGH-Urteil 2017 zusätzliches Gewicht — die Gesamtschau aus konkreten Wünschen und Wertvorstellungen kann die Bindungswirkung stärken.

Typische Punkte, die du beschreiben kannst:

  • Was bedeutet für dich Lebensqualität? Was macht ein Leben für dich lebenswert?
  • Welche Art von Einschränkungen könntest du akzeptieren, welche nicht?
  • Wie stehst du zu Schmerz, Leiden, dem natürlichen Sterbeprozess?
  • Welche Rolle spielen religiöse oder spirituelle Überzeugungen für deine Entscheidungen?
  • Wo möchtest du am liebsten sterben — zu Hause, im Hospiz, im Krankenhaus?

Es müssen keine langen Texte sein. Ein paar prägnante Sätze, die deinen Willen klar ausdrücken, sind besser als vage allgemeine Formulierungen.

Organspende-Erklärung integrieren

Viele Menschen nutzen die Gelegenheit, in ihrer Patientenverfügung auch ihre Wünsche zur Organspende festzuhalten. Das ist rechtlich nicht Teil der Patientenverfügung im eigentlichen Sinne, aber es ist praktisch, alles in einem Dokument zu haben.

Du kannst festhalten:

  • Ich stimme einer Organspende grundsätzlich zu
  • Ich lehne eine Organspende ab
  • Ich stimme einer Organspende für bestimmte Organe zu (dann Aufzählung)
  • Ich lehne eine Organspende für bestimmte Organe ab

Alternativ kannst du diese Entscheidung im offiziellen Organspendeausweis festhalten, den die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) kostenlos zur Verfügung stellt.

Unterschrift und Zeugen

Die Patientenverfügung muss eigenhändig unterschrieben sein. Das bedeutet: handschriftliche Unterschrift in deinem üblichen Unterschriftenstil, mit Datum. Eine Unterschrift ohne Datum ist nicht nichtig, kann aber zu Auslegungsproblemen führen.

Eine Zeugenunterschrift ist nicht gesetzlich erforderlich, aber empfehlenswert. Ein Zeuge kann bestätigen, dass du die Patientenverfügung aus freiem Willen und im Vollbesitz deiner geistigen Kräfte unterschrieben hast. Das kann im Ernstfall hilfreich sein, wenn jemand die Einwilligungsfähigkeit anzweifelt. Der Zeuge sollte kein Erbe und kein Bevollmächtigter sein.

Häufige Ausfüll-Fehler

Folgende Fehler begegnen uns immer wieder — achte darauf, sie zu vermeiden:

Fehler 1: Formulierungen zu allgemein

„Keine unnötigen Maßnahmen" ist keine wirksame Formulierung, weil sie nichts definiert. Was ist unnötig? Wer entscheidet das? Sei konkret: „Im Zustand dauerhaften Bewusstseinsverlusts ohne Aussicht auf Erholung wünsche ich keine Reanimation."

Fehler 2: Situationen nicht beschrieben

Die Behandlungswünsche müssen den Situationen zugeordnet sein. „Ich will nicht beatmet werden" ohne Situationsbeschreibung ist nach BGH nicht ausreichend. Immer: Wenn Situation X eingetreten ist, dann Wunsch Y.

Fehler 3: Widersprüchliche Angaben

An einer Stelle: keine Reanimation. An anderer Stelle: alle Maßnahmen zur Lebenserhaltung. Das kann nicht gleichzeitig gelten und erzeugt erhebliche Auslegungsprobleme. Gehe das Formular nach dem Ausfüllen nochmal systematisch durch und prüfe auf Widersprüche.

Fehler 4: Datum fehlt

Das Datum ist entscheidend, um zu zeigen, wann die Patientenverfügung erstellt wurde und ob sie nach dem Tod eines Angehörigen oder nach einer Erkrankung aktualisiert wurde. Trage immer das aktuelle Datum ein.

Fehler 5: Schmerzbehandlung nicht erwähnt

Viele Formulare konzentrieren sich auf die Ablehnung von Maßnahmen — aber die positive Seite, nämlich die ausdrückliche Forderung nach Schmerzbehandlung und palliativer Versorgung, fehlt oft. Ergänze das explizit.

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Empfohlene Formulierungen: Abschnitt für Abschnitt

Gute Patientenverfügungen zeichnen sich durch klare, konkrete Sprache aus. Hier sind empfohlene Formulierungen für die wichtigsten Abschnitte — du kannst sie als Ausgangspunkt verwenden und an deine persönliche Situation anpassen.

Eingangsformulierung

„Ich, [Vorname Nachname], geboren am [Datum], wohnhaft in [Adresse], errichte diese Patientenverfügung in vollem Bewusstsein ihrer Bedeutung und Tragweite. Ich bin einwilligungsfähig und erstelle dieses Dokument aus freiem Willen. Die folgende Verfügung gilt für den Fall, dass ich nicht mehr in der Lage bin, meinen Willen selbst zu äußern."

Situation 1: Dauerhafter Bewusstseinsverlust

„Wenn ich mich aller Wahrscheinlichkeit nach in einem Zustand dauerhafter Bewusstlosigkeit befinde, ohne begründete Aussicht auf Wiedererlangung des Bewusstseins — festgestellt durch zwei unabhängige Fachärzte, die mich untersucht haben — dann gilt Folgendes:"

Diese Formulierung ist konkret, weil sie (a) den Zustand beschreibt (dauerhafter Bewusstseinsverlust), (b) die Prognose definiert (keine begründete Aussicht auf Erholung) und (c) ein Verfahren zur Feststellung vorschreibt (zwei unabhängige Fachärzte).

Situation 2: Sterbeprozess

„Wenn ich mich im unmittelbaren Sterbeprozess befinde, das heißt wenn mein Körper unwiderruflich versagt und medizinische Maßnahmen lediglich dazu dienen würden, den Sterbeprozess zeitlich zu verlängern, ohne Aussicht auf Erholung, dann gilt Folgendes:"

Situation 3: Schwere dauerhafte Hirnschädigung

„Wenn ich infolge einer Erkrankung oder eines Unfalls eine so schwere und dauerhafte Schädigung des Gehirns erlitten habe, dass ich dauerhaft unfähig bin, mit meiner Umwelt zu kommunizieren und sie bewusst wahrzunehmen, und wenn nach ärztlicher Einschätzung keine begründete Aussicht auf Besserung dieses Zustands besteht, dann gilt Folgendes:"

Diese Formulierung ist wichtig für fortgeschrittene Demenz und schwerste Hirnverletzungen. Sie beschreibt die Funktionsbeeinträchtigung (keine Kommunikation, keine bewusste Wahrnehmung), nicht nur eine Diagnose.

Behandlungswunsch: Reanimation ablehnen

„Ich wünsche keine kardiopulmonale Reanimation (Herzdruckmassage, elektrische Defibrillation). Bitte kennzeichne meine Krankenakte mit einem DNR-Vermerk (Do Not Resuscitate)."

Behandlungswunsch: Beatmung ablehnen

„Ich wünsche keine maschinelle Beatmung über einen Tubus oder eine Maske, wenn diese der reinen Lebensverlängerung ohne Aussicht auf Erholung dient. Kurzfristige Beatmung im Zusammenhang mit einem operativen Eingriff, von dem ich mich erholen kann, ist hiervon ausgenommen."

Behandlungswunsch: Ernährung ablehnen

„Ich wünsche keine Nahrung und Flüssigkeit über eine Magensonde (PEG) oder intravenös, wenn ich mich im Sterbeprozess befinde oder dauerhaft bewusstlos bin ohne Aussicht auf Erholung."

Positive Formulierung: Schmerz- und Symptombehandlung

„Ich wünsche ausdrücklich eine angemessene Schmerz- und Symptombehandlung — auch wenn diese als Nebenwirkung den Sterbeprozess möglicherweise beeinflusst. Ich wünsche Behandlung von Atemnot, Übelkeit, Angst und Unruhe. Ich möchte, wenn irgend möglich, in vertrauter Umgebung oder in einem Hospiz sterben, begleitet von nahestehenden Menschen."

Wertvorstellungen: Was du schreiben kannst

Der Abschnitt zu Wertvorstellungen ist kein Pflichtbestandteil — aber er ist einer der wertvollsten. Hier ein Beispiel, wie dieser Abschnitt aussehen kann. Natürlich ist es dein ganz persönlicher Text:

„Für mich bedeutet ein lebenswertes Leben die Fähigkeit, bewusst wahrzunehmen, zu kommunizieren und menschliche Beziehungen zu erleben. Wenn diese Grundvoraussetzungen dauerhaft nicht mehr erfüllt sind, sehe ich keinen Sinn in einer technischen Verlängerung meines körperlichen Lebens. Es ist mir wichtig, würdevoll zu sterben, frei von Schmerzen und unnötigem Leiden, begleitet von Menschen, die mir nahestehen. Dieses Ziel ist für mich wichtiger als die maximale Verlängerung meiner biologischen Lebensdauer."

Dieser Text hilft Ärzten und Betreuern, in unvorhergesehenen Situationen deinen Willen zu interpretieren. Er ist keine rechtliche Pflicht, aber im Ernstfall oft ausschlaggebend.

Zeugenunterschrift: Wie sie funktioniert

Eine Zeugenunterschrift unter deiner Patientenverfügung ist rechtlich nicht erforderlich — aber in bestimmten Situationen sehr empfehlenswert. Ein Zeuge kann bezeugen, dass du die Patientenverfügung aus freiem Willen, ohne Druck und im Vollbesitz deiner geistigen Kräfte unterzeichnet hast.

Wer als Zeuge geeignet ist

  • Eine Person, die dich gut kennt und deine Entscheidungsfähigkeit einschätzen kann
  • Kein Erbe deines Nachlasses
  • Keine Person, die du bevollmächtigt hast (Vorsorgevollmacht)
  • Nicht dein behandelnder Arzt (in der Regel)

Was der Zeuge unterschreibt

Eine einfache Formulierung genügt: „Ich bestätige, dass [Name] die vorstehende Patientenverfügung in meiner Anwesenheit am [Datum] eigenhändig unterschrieben hat. Die Person war nach meiner Einschätzung voll einwilligungsfähig und handelte aus freiem Willen. [Zeuge Name, Datum, Unterschrift, Adresse]"

Datum und Unterschrift: Schritt für Schritt

Die Unterzeichnung ist der letzte und rechtlich entscheidende Schritt. Hier ist, wie es richtig geht:

  1. Datum handschriftlich eintragen: Schreibe das aktuelle Datum, an dem du unterschreibst, handschriftlich in das vorgesehene Feld — auch wenn du den Text am Computer erstellt hast. Das Datum des Ausdrucks reicht nicht — es kommt auf das Datum der Unterzeichnung an.
  2. Ort eintragen: Nicht zwingend, aber empfehlenswert — schreibe auch den Ort der Unterzeichnung dazu.
  3. Eigenhändige Unterschrift: Unterschreibe mit deiner üblichen Unterschrift. Druckschrift genügt nicht — es muss eine echte Unterschrift sein.
  4. Zeuge unterschreiben lassen (optional): Wenn du einen Zeugen dabei hast, unterschreibt er ebenfalls mit Datum.
  5. Ärztlicher Bestätigungsvermerk (optional): Wenn du das Dokument in Anwesenheit deines Hausarztes erstellt und besprochen hast, kann er einen Vermerk hinzufügen, der deine Einwilligungsfähigkeit und das Gespräch dokumentiert.

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Schritt-für-Schritt-Übersicht: Das vollständige Formular

AbschnittPflicht?Was hineingehört
Persönliche DatenEmpfohlenName, Geburtsdatum, Adresse
EingangsformulierungNeinErklärung der Freiwilligkeit und Einwilligungsfähigkeit
Situation 1: BewusstseinsverlustBGH-PflichtKonkrete Beschreibung, Behandlungswünsche
Situation 2: SterbeprozessBGH-PflichtKonkrete Beschreibung, Behandlungswünsche
Situation 3: HirnschädigungBGH-PflichtKonkrete Beschreibung, Behandlungswünsche
Situation 4: Andere EinwilligungsunfähigkeitEmpfohlenKonkrete Beschreibung, Behandlungswünsche
Schmerz-/SymptombehandlungStark empfohlenExpliziter Wunsch nach Palliativversorgung
WertvorstellungenStark empfohlenPersönliche Beschreibung von Lebensqualität, Werten
OrganspendeNeinZustimmung oder Ablehnung
Hinweis auf VorsorgevollmachtNeinName der bevollmächtigten Person
Datum und UnterschriftGesetzlich PflichtHandschriftliches Datum und eigenhändige Unterschrift
ZeugenunterschriftNeinName, Adresse, Datum des Zeugen

Wann ist ein Arztgespräch sinnvoll?

Ein Arztgespräch ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber in folgenden Situationen sehr empfehlenswert:

  • Du hast eine schwere oder chronische Erkrankung und willst deine Behandlungswünsche auf die konkrete medizinische Situation abstimmen
  • Du bist unsicher über medizinische Begriffe (z. B. Was genau bedeutet Dialyse? Wie läuft eine Reanimation ab?)
  • Du möchtest einen ärztlichen Bestätigungsvermerk über deine Einwilligungsfähigkeit und das Aufklärungsgespräch in deiner Patientenverfügung haben
  • Du bist über 70 und willst sicherstellen, dass deine Wünsche medizinisch sinnvoll formuliert sind

Dein Hausarzt kann dir bei all diesen Punkten helfen. Viele Hausärzte nehmen sich für ein solches Gespräch die nötige Zeit — und viele Krankenkassen erstatten ein solches Beratungsgespräch.

FAQ

Muss ich für jede Situation eine Entscheidung treffen?

Nein. Du kannst einzelne Felder leer lassen oder festhalten, dass du die Entscheidung im Einzelfall dem behandelnden Arzt überlässt. Aber je mehr Felder leer bleiben, desto weniger verbindlich ist deine Patientenverfügung — und desto mehr Auslegungsspielraum bleibt.

Kann ich das Formular mehrfach verwenden?

Ja, wenn sich deine Meinung ändert, kannst du jederzeit eine neue Patientenverfügung erstellen. Widerrufe die alte schriftlich und teile allen Beteiligten (Hausarzt, Bevollmächtigter) die neue Version mit.

Was ist, wenn ich nicht schreiben kann?

Wenn du aufgrund einer Behinderung nicht selbst schreiben kannst, solltest du einen Anwalt oder Notar hinzuziehen. In solchen Fällen gibt es spezielle Regelungen für die Erstellung rechtswirksamer Erklärungen.

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